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Verbraucher-Kompass: Kauflaune steigt offenbar

19 Februar 2014 19 views Keine Kommentare

woman with shopping bags in dress(Berlin, den 19.02.2014) Die Kauflaune in Deutschland war bereits in 2013 recht groß. Laut aktueller Prognosen soll diese sich in 2014 sogar noch weiter steigern – die Verbraucher in Deutschland waren selten so konsumbereit. Dies ist ohne Zweifel eine gute Nachricht für den Handel, doch nicht alle Branchen und Anbieter werden in gleicher Weise partizipieren. Konsumforschern zufolge sollte besonders der Lebensmittelhandel profitieren (hier lautet eine Konsensschätzung auf etwa 2,3 % Wachstum in 2014), weniger zulegen hingegen werden wohl Branchen wie Elektroartikel und Baumärkte. Für den Bereich Non-Food rechnen die Forscher mit einem nur geringen Umsatzzuwachs im Bereich um die 0,6 %. Auch in guter Verfassung zeigten sich bisher Ausgaben für Reisen und Immobilien, was wohl weiterhin in 2014 Bestand haben wird. Alles in allem leisten die Verbraucher in Deutschland damit wohl einen auch in diesem Jahr wieder einen sehr großen Beitrag zum Wirtschaftswachstum hierzulande, wovon viele Unternehmen und Investoren bei richtiger Ausrichtung profitieren dürften.

Verbraucher sind optimistisch gestimmt

Die meisten privaten Haushalte in Deutschland sind nach Einschätzung der Konsumforscher von der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) optimistisch für die kommende, konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gestimmt. Die Folgen der Finanzkrise werden größtenteils als ausgestanden beurteilt, auch wenn noch nicht alle Risiken final ausgeschaltet sind. Einfluss nähmen jedoch auch die gute Situation am Arbeitsmarkt und die allgemein unattraktive Zinslage für verzinste Kapitalanlageprodukte. Die Verbraucher sind aufgrund fehlender, renditestarker und zugleich sicherer Geldanlagen eher bereit, das angesparte Kapital für den Konsum aufzuwenden, anstatt es auf niedrig verzinste Spareinlagen einzuzahlen. Demzufolge befindet sich die allgemeine Sparneigung aktuell auf einem extrem niedrigen Niveau. Mit der Steigerung der Kauflaune und der Zinssituation im Zusammenhang stehen auch die vermehrt auftretenden Investitionen in Immobilien – aufgrund der relativ zinsgünstigen Finanzierungsmöglichkeiten greifen viele Anleger zu Sachwertanlagen für den Eigenbedarf bzw. die Altersvorsorge. Allein die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten in 2013 stieg im Vergleich zum Vorjahr um ca. 16 % und auch Renovierungen nahmen deutlich zu. Auch „gönnen“ sich viele Konsumenten wieder mehr, statt das Geld anzusparen: So verzeichnete die Reisebranche in 2013 ein Plus (im Vergleich zum Vorjahr) um ca. 8 % und darf sich in diesem Jahr wahrscheinlich über ein ähnlich hohes Plus freuen.

IWH prognostiziert Wachstum von 2 %

Die Wirtschaftsforscher des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) prognostizieren für 2014 ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von rund 2 %. Damit liegen die Forscher zwar im Vergleich zu anderen Instituten am oberen Ende der Prognoseskala, doch sind die Annahmen nicht unbegründet. Die exzellenten Rahmenbedingungen hierzulande sind förderlich für ein größeres Wirtschaftswachstum, weit über die 0,6 % des Vorjahres hinaus. Rezessive Entwicklungen in Euroland sähen ihrem Ende entgegen und die Menschen stehen wieder vermehr in Brot und Arbeit. Das fördert die Konsumlaune. Auch andere namhafte Wirtschaftsforschungsinstitute (z. B. das Berliner DIW, das Münchner IFO oder das Essener RWI) erwarten für 2014 ein vergleichsweise hohes Wirtschaftswachstum, wenn auch nicht ganz so hoch wie es die Forscher des IWH vorgeben. Von Seiten der Bundesregierung wird ein Wirtschaftswachstum von 1,6 % prognostiziert – auch dies ist im Vergleich zu vorangegangenen Jahren eher hoch. Trotz aller Zuversicht gibt es jedoch auch einige Risikofaktoren, die das für 2014 vorhergesagte Wirtschaftswachstum noch bremsen könnten. In Kürze beginnt die EUB (Europäische Zentralbank) beispielsweise mit den sogenannten Stresstests für große Banken. Sollten hier größere Probleme auftreten, könnte dies einen nachhaltig negativen Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung nehmen – ein erneutes Aufflammen der Finanzkrise könnte die Folge sein. Mitte Mai wird zudem ein neues, europäisches Parlament gewählt. Gewinnen hier „Anti-Europa“-Parteien die Oberhand, könnte im Europäischen Wirtschaftsraum eine Blockadesituation eintreten, was sehr hinderlich für ein großzügiges Wirtschaftswachstum sein dürfte. Trotz momentan sehr positiver Vorzeichen bleibt also die Entwicklung in Deutschland und Europa sehr spannend – inwieweit geopolitische Entscheidungen Einfluss nehmen werden, kann kaum abgeschätzt werden.

Bild© Syda Productions – Fotolia.com

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