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Studie zur Wohnungsmarktentwicklung: Wohnraum in Ballungsräumen wird künftig knapper

17 November 2017 100 views Keine Kommentare

24 La Dordogne  la loupeDie derzeitige Wohnungssituation ist in Deutschland stark von der Region abhängig. Während in ländlichen Gegenden kaum Nachfrage nach Wohnraum besteht und viele Gemeinden von Abwanderung geprägt sind, kommt es in den wirtschaftlichen Ballungsräumen wie z. B. Berlin oder München zu Nachfrageüberhängen. Ergebnis sind ausufernde Preise (wogegen sogar ein Gesetzt beschlossen werden musste) und natürlich schlicht und einfach fehlender Wohnraum. Viele Menschen können gar nicht in der Nähe ihres Arbeits- oder Studienplatzes wohnen, weil es einfach keinen freien Wohnraum mehr gibt. Doch wie wird diese Situation in Zukunft aussehen?
Eine aktuelle Studie zur Entwicklung am deutschen Wohnungsmarkt (siehe auch unter http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/wohnraum-in-ballungszentren-wird-bis-2030-deutlich-knapper-14112765.html) kommt zu dem Schluss, dass in 10 großen Städten in Deutschland bis zum Jahr 2030 ca. 1 Million Wohnungen fehlen werden. In strukturschwächeren Regionen hingegen sinkt die Zahl der Haushalte weiter ab. In der von der Prognos Forschungsgesellschaft und der Allianz-Versicherung beauftragten Analyse kommt ganz klar zum Ausdruck, dass in den Ballungsräumen die Nachfrage auch künftig viel höher als das Angebot an Wohnraum sein wird.

Trend zur Singlewohnung in strukturstarken Gegenden

Die Gründe für die weiter steigende Wohnungsknappheit in den betroffenen Gebieten sind neben dem Zuzug durch Binnenwanderung und Zuwanderung von außen auch der Trend zur Singlewohnung und die nur schleichende Weiterentwicklung des Wohnungsangebotes. Betroffene Gebiete sind beispielsweise Hamburg, München, Köln, Berlin oder die Rhein-Main-Region. Hier wird es künftig zunehmend noch schwerer werden, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zu ergattern. Oftmals ermöglichen auch die Umgebungsbedingungen (begrenzter Bauplatz, keine freien Grundstücke, ökologische Gesichtspunkte) nicht, entsprechende Neubauten anzutreiben. In den strukturschwächeren Gebieten (dies betrifft vor allem Ostdeutschland wie beispielsweise die Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg und natürlich sehr kleine Orte ohne wirtschaftliche oder infrastrukturelle Anbindungen) wird die Zahl der Haushalte hingegen stetig zurückgehen.

Städte bzw. Regionen in der Einzelbetrachtung: Wo fehlen die meisten Wohnungen?

Bei der Einzelbetrachtung zeigen sich teils eklatante Wohnungsnöte. Die Einwohnerzahl in Deutschland dürfte nach aktuellen Schätzungen bis 2045 auf ca. 85 Millionen Menschen zulegen. Bei Hochrechnungen zum Wohnungsbedarf in Ballungsgebieten bis zum Jahre 2030 ergäbe sich folgendes Bild: Die Stadt Berlin wäre nach diesen Berechnungen trauriger Spitzenreiter bei den absolut fehlenden Wohnungen – ca. 173.000 Wohneinheiten dürften in 2030 fehlen. Anschließend folgen München mit ca. 158.000 fehlenden Wohneinheiten, danach die Region Rhein-Main mit ca. 155.000 und die Region Stuttgart mit ca. 146.000 fehlenden Wohneinheiten. Weitere betrachtete Regionen rangieren wie folgt: Stadt Hamburg – 94.000, Region Köln – 75.000, Region Südlicher Oberrhein – 58.000, Region Hannover – 54.000, Region Münster -17.000 und Region Düsseldorf – 10.000 Wohneinheiten.

Welche Lösungsansätze sind möglich?

Der Artikel der FAZ nennt keine Lösungsansätze für diese große Problematik. Ein einfaches Rezept hierzu gibt es auch nicht. Politik und Wirtschaft müssen Verantwortung übernehmen und die Probleme durch Binnen- und Zuwanderung in den Griff bekommen. Mittlerweile steht schon zu befürchten, dass sogar B- und C-Lagen in der Nähe größerer Ballungsgebiete ausgelastet werden und das Preisgefüge sich auch hier negativ verändert. Können in den betroffenen Gebieten nicht schnell genug neue Wohneinheiten geschaffen werden, müsste zumindest eine Entzerrung stattfinden und weitere Regionen an Infrastruktur und Wirtschaft angeschlossen werden. Deutschland ist mittlerweile zu einem stark frequentierten Einwanderungsland avanciert – hier kann auch mal über den Tellerrand in Länder wie beispielsweise die Schweiz oder Kanada geschaut werden, um Lösungsansätze zu eruieren.

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