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Niedrigzinsen für Immobilienkredite: Hoch tilgen schützt vor Schuldenfalle

17 November 2012 58 views Ein Kommentar

(München, 14. November 2012) Die Konditionen fürs Baugeld sind seit Monaten historisch günstig. Viele, die sich in Hochzinsphasen keinen Kredit hätten leisten können, haben jetzt die Chance zur Finanzierung des Eigenheims. Doch Darlehensnehmer sollten die Risiken späterer Zinserhöhungen nicht unterschätzen, warnt Interhyp, Deutschlands größter Vermittler von privaten Baufinanzierungen. „Gerade mit niedrigen Zinsen steigt der Tilgungsanteil an der Kreditrate nur langsam“, weiß Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. „Wir raten zu mindestens zwei Prozent anfänglicher Tilgung, besser sogar mehr, um später nicht in eine Schuldenfalle zu geraten.“ In den Verträgen vieler Sparkassen oder Banken werde mittlerweile sogar oft eine Mindesttilgung vorgeschrieben, berichtet Interhyp.

In den vergangenen Monaten haben etliche Kreditinstitute eine Mindesttilgung von 1,5 oder 2 Prozent eingeführt. Manche Darlehensgeber machen die notwendige Tilgung auch von dem Anteil des Darlehens am Wert der Immobilie abhängig: Je höher der zu finanzierende Anteil, umso höher die Mindesttilgung. „Viele Kreditinstitute belohnen eine hohe Tilgung auch mit niedrigeren Zinssätzen“, so Goris. „Das ist sinnvoll, denn wer nicht genug tilgt, läuft Gefahr, am Ende der Zinsbindung deutlich höhere Kreditraten zahlen zu müssen. Und nicht jeder kann sich das leisten“.

Denn der Spielraum für Zinserhöhungen sei bei dem derzeitigen niedrigen Zinsniveau groß, so Interhyp. Experten erwarten langfristig steigende Marktzinsen. Eine hohe Tilgung ist daher jetzt besonders sinnvoll, damit Kreditnehmer die Schuldenfreiheit in einem absehbaren Zeitraum erreichen.

Goris macht dies an einer Modellrechnung deutlich: Wer zu Hochzinsphasen ein Darlehen über 100.000 Euro zum Zins von 6 Prozent aufgenommen hat, konnte mit einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent die Schuldenfreiheit in  23 Jahre erreichen, gleichbleibende Zinsen über die Laufzeit angenommen. Wer aber heute die gleiche Summe mit einem Zins von nur 2,4 Prozent finanziert, hätte bei gleichbleibendem Zinssatz und zwei Prozent anfänglicher Tilgung die Schuldenfreiheit erst nach rund 33 Jahren erreicht.

„Besser ist, höher zu tilgen, etwa drei bis vier Prozent, um eine raschere  Darlehensrückzahlung zu erreichen“, so Goris, „oder gleich ein Volltilgerdarlehen abzuschließen, das am Ende der Laufzeit komplett abbezahlt ist“. Die Baufinanzierungsexperten von Interhyp ermitteln bei der Beratung von Darlehensinteressenten, welchen Einfluss Zinserhöhungen und gewählte Tilgungshöhe auf eine individuelle Finanzierung haben.

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Ein Kommentar »

  • Erwin Klein aus Berlin said:

    Grundsätzlich sollten Immobilenkäufe die Tilgungshöhe hoher ansetzen und außerdem mehr Eigenkapital mitbringen. Die niedrigen Zinsen sind zwar verlockend, jedoch müssen die Möglichkeiten auch real sein und mit einer max. laufzeit rechenbar sein.

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