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Kapitalanlage in Russland bzw. in der Ukraine: Was tun?

11 März 2014 81 views Keine Kommentare

ukraine and russia(Berlin, den 10.03.2014) Die instabile politische Lage in der Ukraine und die militärischen Unklarheiten auf der Krim könnten zu einer möglichen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen führen – für Anleger ein rotes Tuch und viele Investoren schrecken vor Neuanlagen zurück bzw. ziehen ihre Gelder ab. Doch wie gefährlich ist die Lage wirklich und was sollte bei realistischer Überlegung bedacht werden?
Die Halbinsel Krim ist ein wichtiger Militärstützpunkt für die russische Schwarzmeerflotte, was der Hauptgrund für die Unnachgiebigkeit Russlands in punkto Anspruchsverhalten sein dürfte. Durch den Machtwechsel in der ehemals russlandaffinen Ukraine könnten ggf. alte Verträge zur Stationierung und Betreibung dieses Stützpunktes durch russische Streitkräfte hinfällig werden. Rein wirtschaftlich gesehen ist die Ukraine jedoch eher unbedeutend – ein Bruttoinlandsprodukt von nur etwa 176 Milliarden Dollar (was ca. 0,2 % der Weltwirtschaftsleistung sind) stellt die Ukraine eher in die Reihe unbedeutender Wirtschaftsnationen. Allerdings beziehen die Europäer ihr Erdgas, ihre Steinkohle und ihr Erdöl mit jeweils etwa einem Drittel des Gesamtbedarfs aus Russland – damit sind Wirtschaftssanktionen durch Europa (und im Umkehrschluss folgend durch Russland) eher nicht zu befürchten, denn dies hätte für alle Beteiligten extreme Nachteile. Auch Sanktionen seitens der USA sind eher unbedeutend, denn der Außenhandel mit Russland ist wirtschaftlich gesehen kaum nennenswert.

Kriegsgefahr präsent, aber nicht global projiziert

Die militärischen Machtspiele Russlands auf der Krim dienen einzig dem Ziel, die militärischen Einflüsse auf der Halbinsel zu sichern. Erinnerungen werden wach an die Panama-Invasion der USA in 1989, denn auch hier ging es nur um eine lokal begrenzte Kontrollausübung – und zwar hinsichtlich des Panamakanals. Die Militäraktion war begrenzt auf bestimmte Gebiete und führte zu keiner globalen Säbelrasselei. Nachdem sowohl USA, NATO und auch die UN angedeutet haben, nicht militärisch in der Ukraine eingreifen zu wollen, wird sich wohl auch hier keine größere Eskalation ergeben. Viele Experten sind der Ansicht, dass die bereits stattgefundenen Kursverluste vieler Firmen (auch DAX-notierter Unternehmen) stark übertrieben sind, da vor allem viel Emotionalität im Spiel ist. Sicher ist ein gewisses Konfliktpotential vorhanden, allerdings sind globale und bedeutende, finanzpolitische Auswirkungen nicht zu erwarten – zu wichtig sind bestehende Vereinbarungen und Abhängigkeiten. Kurzfristig sind gerade aufgrund der oft sehr emotional geführten Verhandlungen durchaus auch noch weitere Kursabschläge für viele Titel zu erwarten. Eine hohe Volatilität ist für die allernächsten Wochen sehr wahrscheinlich. Entscheidende und langfristige Auswirkungen sollten sich jedoch weder in wirtschaftlicher Hinsicht, noch hinsichtlich der zu erwartenden Unternehmensbewertungen ergeben. Im Gegenteil: Viele Fachleute empfehlen gar die Kursabschläge für den Einstieg in die entsprechenden Unternehmen zu nutzen.

Weitere Beispiele aus der Historie

Es gibt eine Reihe von ähnlichen Entwicklungen in der geschichtlichen Betrachtung. U. a. der Koreakrieg um 1950, die Machtergreifung Fidel Castros in Kuba 1959 oder die Errichtung der Berliner Mauer 1961 – all diese Entwicklungen führten zu häufig sehr emotional geführten Krisengesprächen bzw. zu lokal begrenzten militärischen Aktionen. Aus langfristiger Sicht haben sich die Aktienmärkte bzw. die wirtschaftlichen Umstände jedoch immer wieder positiv weiterentwickelt. Emotionalität und daraus resultierende Ängste sind bei der Kapitalanlage fehl am Platz. Die in der Presse und den Medien vorherrschenden Schlagzeilen sind oft nach wenigen Tagen und bei nüchterner Betrachtung gar nicht mehr so relevant wie sie zunächst dargestellt wurden. Kaum einer der vielen Experten erwartet, dass die Krise in der Ukraine zu einer globalen Eskalation oder dauerhaft wirtschaftlichen Negativentwicklungen führen wird. Örtlich sehr begrenzte Kapitalengagements in der Ukraine bzw. auf der Halbinsel Krim könnten allerdings schon auch langfristig leiden, je nachdem, wie sich die neue Situation nach dem Streit mit Russland weiterentwickelt. Dies dürfte allerdings für die große Mehrheit der Anleger ohne Bedeutung sein. Es gibt also keinen Grund für eine emotionale Krisenstimmung, weder aus globaler Sicht, noch für die wirtschaftliche Weiterentwicklung. So schlimm einzelne Schicksale in der Krisenregion derzeit auch sind – und das soll hier nicht kleingeredet werden – für den globalen Kapitalanleger ist die Krise jedoch von eher untergeordneter Bedeutung.

Bild© Hugh O’Neill – Fotolia.com

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