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Dr. Klein-Trendindikator Baufinanzierung 10/2012: Standardrate steigt aufgrund höherer Baufinanzierungszinsen an

26 November 2012 36 views Ein Kommentar

250x250Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher Dr. Klein & Co. AG, berichtet über aktuelle Trends in der Baufinanzierung und kommentiert die Ergebnisse des Dr. Klein-Trendindikators Baufinanzierung (DTB).

Während die Finanzierungsbedingungen für private Wohnimmobilien im September einen historischen Tiefpunkt erreicht hatten, zieht die monatliche Standardrate im Oktober etwas an und erhöht sich um 15 Euro. Zurückzuführen ist dies auf den Anstieg der Baufinanzierungszinsen. Für eine Finanzierung von 150.000 Euro, für die eine zehnjährige Sollzinsbindung vereinbart wurde, die zu 80 Prozent beliehen und mit zwei Prozent getilgt wird, fällt aktuell eine Rate von 598 Euro pro Monat an. Im Vorjahr war die Standardrate mit 665 Euro 67 Euro höher. Damit sind die Finanzierungskosten für Wohnimmobilien trotz der leicht gestiegenen Standardrate im langfristigen Vergleich immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

Wie im Vormonat liegt im Oktober die durchschnittliche Darlehenssumme bei 157.000 Euro und somit 6.000 Euro über dem Vorjahreswert. Die Gründe für die auf Jahressicht angezogene Finanzierungssumme sind einerseits die gestiegenen Immobilienpreise und andererseits ein geringerer Eigenkapitaleinsatz. Dies zeigt sich auch im Europace-Hauspreisindex, welcher im Oktober einen neuen Höchststand erreicht hat. Bei allen Objektsegmenten sind die Preise deutlich angezogen, der größte Anstieg ist bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern zu verzeichnen. Dies spiegelt sich auch in dem gestiegenen Beleihungsauslauf des DTB wider. Während der Beleihungsauslauf in den beiden Vormonaten gesunken ist, steigt der Fremdfinanzierungsanteil im Oktober von 77,94 auf 78,61 Prozent. Damit ist das von Erwerbern eingebrachte Eigenkapital mit 21,39 Prozent auf einem soliden Niveau, war jedoch vor einem Jahr mit 23,28 Prozent etwas höher. Das vorteilhafte Finanzierungsumfeld ermöglicht aktuell auch Kunden den Kauf oder Bau von Wohneigentum, die sich dies bei einem höheren Zinsniveau nicht leisten konnten.

Dass Immobilienerwerber heute trotz einem höheren Fremdfinanzierungsanteil auf Sicherheit setzen, zeigt sich im Tilgungssatz sowie bei der Sollzinsbindung. Die Tilgung bleibt im Oktober stabil bei 1,98 Prozent – nahe des von Dr. Klein empfohlenen Tilgungssatzes von 2 Prozent. Dies hat zur Folge, dass die Restschuld, die am Ende der ersten Zinsbindung neu finanziert werden muss, geringer ausfällt und damit die Folgen eines Zinsänderungsrisikos verkleinert werden. Das Zinsänderungsrisiko bezeichnet das Risiko, bei einer Anschlussfinanzierung aufgrund steigender Zinsen die Rate nicht mehr zahlen zu können. Vor einem Jahr betrug der Tilgungssatz nur 1,90 Prozent. Einen leichten Anstieg verzeichnet die durchschnittliche Sollzinsbindung. Sie liegt derzeit bei 12 Jahren, im Vorjahr waren es im Schnitt nur 11 Jahre und drei Monate. Kreditnehmer sichern sich also die niedrigen Baufinanzierungszinsen für einen längeren Zeitraum und verringern auch dadurch das Zinsänderungsrisiko: Durch Zinsbindungen von 20 bis 30 Jahren lässt sich dieses weiter reduzieren. Aktuell scheinen Anschlussfinanzierer auf weiter sinkende Zinsen zu setzen, da der Anteil der Forwardfinanzierungen von 12,61 Prozent auf 11,96 Prozent sinkt. Langfristig wird allerdings eher eine Erhöhung des Zinsniveaus erwartet.

Über den Dr. Klein-Trendindikator „Baufinanzierung“ (DTB)
Der DTB zeigt die monatliche Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter. Dazu zählt neben der Darlehenshöhe, dem Tilgungssatz und dem Beleihungsauslauf auch die Verteilung der Darlehensarten. Die Standardrate zeigt zudem an, wie viel ein durchschnittliches Darlehen von 150
Tsd. Euro an monatlicher Rate kostet. Anders als oft schwer vergleichbare Durchschnitts-Zinssätze, ermöglicht die Standardrate dem Privatkunden, die tatsächlichen Kosten für die Finanzierung einer Immobilie zu vergleichen. Die Ergebnisse des DTB werden monatlich aus Daten der EUROPACE-Plattform errechnet. EUROPACE ist der einzige unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Der DTB basiert auf bis zu 20.000 Finanzierungen mit einem monatlichen Finanzierungsvolumen von über 3 Mrd. Euro.

Über die Dr. Klein & Co. AG

Dr. Klein ist unabhängiger Anbieter von Finanzdienstleistungen für Privatkunden und Unternehmen. Privatkunden finden bei Dr. Klein zu allen Fragen rund um ihre Finanzen die individuell passende Lösung. Über das Internet und in mehr als 200 Filialen beraten rund 700 Spezialisten anbieterunabhängig und ganzheitlich zu den Themen Girokonto und Tagesgeld, Versicherungen und Geldanlagen sowie Immobilienfinanzierungen und Ratenkredite.
Schon seit 1954 ist die Dr. Klein & Co. AG wichtiger Finanzdienstleistungspartner der Wohnungswirtschaft, der Kommunen und von gewerblichen Immobilieninvestoren. Dr. Klein unterstützt seine Institutionellen Kunden ganzheitlich mit kompetenter Beratung und maßgeschneiderten Konzepten im Finanzierungsmanagement, in der Portfoliosteuerung und zu gewerblichen Versicherungen. Die kundenorientierte Beratungskompetenz und die langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen zu allen namhaften Kredit- und Versicherungsinstituten sichern den Dr. Klein Kunden stets den einfachsten Zugang zu den besten Finanzdienstleistungen. Dr. Klein ist eine 100%ige Tochter des an der Frankfurter Börse gelisteten internetbasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

Pressekontakt

Michaela Reimann
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressesprecherin
Tel.: +49 (0) 30/ 4 20 86 1936
E-Mail: michaela.reimann@drklein.de

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Ein Kommentar »

  • Hausverwaltung Dresden said:

    Sehr interessanter Artikel zu dem Thema. Unter unseren Kunden, die wir mit unserer Hausverwaltung in Dresden, Radebeul und der Region um Dresden herum betreuen, sehen wir aktuell eine sehr ähnliche Tendenz. Die Käufer von Immobilien wollen bei dem aktuell niedrigem Zinsnivea lieber eine höhere Laufzeit und sind dafür auch bereit einen etwas höheren aktuellen Zinsatz zu akzeptieren. Bei der Tilgungshöhe sehen wir eine ähnliche Tendenz, wobei bei unserer letzten Umfrage innerhalb unserer Mietverwaltung eher 2,15% als durchschnittlicher Tilgungssatz gewählt wurde.

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